
Spiel des Monats September: Jambo
Jambo führt die zwei Spieler/innen an die Ostküste Schwarzafrikas, in eine blühende Handelskultur. „Jambo“ heißt „Hallo“ in der Suaheli-Sprache - so haben sich schon vor Jahrhunderten die eingeborenen Kaufleute und Händler begrüßt. Und damit sind wir schon beim Thema dieses spannenden Zweierspiels.
Die Spieler/innen schlüpfen in die Rolle von gewieften Händlern, die alle möglichen Waren ein- und wieder verkaufen, mit interessanten Persönlichkeiten aus dem Handelsleben in Kontakt kommen oder überraschend mit einem Angriff wilder Tiere zu kämpfen haben, die die mühsam aufgebauten Marktstände durcheinander bringen.
Der erfolgreichere Händler, der am Ende des Spiels am meisten Gold besitzt, hat gewonnen.
Die 112 mit ansprechenden Illustrationen versehenen Karten werden gut gemischt und in die Mitte gelegt, ebenso wie der Vorrat an Waren und Gold. Jede/r Spieler/in erhält 5 Karten auf die Hand und 20 Goldstücke, sowie einen Marktstand, der im Laufe des Spiels mal viele Waren führt, mal wenige. Nun kann`s losgehen: die Spieler/innen haben nun pro Zug 5 Aktionen zur Verfügung, die sie alle ausnützen können oder auch nicht. Zuerst kann eine Karte nachgezogen werden. Dann werden die Karten ausgespielt. Nachziehen und Ausspielen kostet immer eine Aktion.
Es gibt mehrere verschiedene Kartenarten: Warenkarten, Marktstände, Gegenstände, Personen, Tiere. Alle haben unterschiedliche Funktionen und können von den Händlern in beliebiger Reihenfolge ausgespielt werden.
Warenkarten: dienen zum An- bzw. Verkauf von Waren, die darauf abgebildet sind. Beim Ankauf der Waren legt der Händler die auf der Warenkarte abgebildeten Waren (es gibt je 6 x Schmuck, Fell, Tee, Seide, Früchte, Salz, auf jeder Warenkarte sind meist drei verschiedene Waren abgebildet) auf den eigenen Marktstand und bezahlt die angegebene Summe. BeimVerkauf legt er die betreffenden Waren aus seinem Marktstand wieder in den Vorrat und erhält eine größere Summe.
Marktstände: im Laufe des Spiels kann man noch weitere kleine Marktstände anlegen.
Gegenstände: bleiben vor den Spieler/innen liegen. Gegenstände können in jedem Zug einmal benutzt werden.
Personen: können nur einmal benutzt werden. Die Textanweisung auf der Karte wird sofort ausgeführt, die Karte wird danach auf den Ablagestapel gelegt.
Tiere: können nur einmal benutzt werden. Die Karte wird danach ebenfalls wieder auf den Ablagestapel gelegt. Der Gegner kann sich allerdings mit einem Wächter (Personenkarte) vor den Tieren schützen.
Durch geschicktes Ausspielen der eigenen Karten haben die Händler nun die Möglichkeit Waren zu kaufen, zu verkaufen, interessante Personen, wie z.B. die Tänzerin, den Trommler, den Stammesältesten, den weisen Mann aus fernen Landen, die Wahrsagerin, usw. ins Spiel zu bringen, den Gegner mit einem wilden Tier zu bedrohen oder Gegenstände auszuspielen.
Ziel ist es, die Karten natürlich zum eigenen Vorteil zu nutzen und möglichst viel Gold dabei zu verdienen.
Jedes Ausspielen kostet wie gesagt eine Aktion. Sobald der Händler seine 5 Aktionen aufgebraucht hat, ist sein Zug beendet. Falls ein Händler noch zwei seiner Aktionen übrig hat, erhält er dafür 1 Gold aus dem Vorrat.
Das Spiel endet, sobald ein Händler 60 oder mehr Goldtaler verdient hat. Sein/e Gegenspieler/in ist noch einmal am Zug und kann versuchen, mit einer überraschenden Geschäftsstrategie genug Gold zu verdienen, um das Blatt zu wenden. Gewonnen hat, wer am meisten Gold verdient hat.
Jambo hat mich schon nach einmaligem Spielen überzeugt. Die verschiedenen Möglichkeiten und überraschenden Wendungen des Spiels bringen Leben und Abwechslung in den Spielablauf. Die vielfältigen Anweisungen auf den Karten können geschickt zum eigenen Vorteil genutzt werden und das ganze Spiel innerhalb eines Zuges umkrempeln, was die Spannung natürlich erhöht. Nach ein bis zweimaligem Spielen kennen die Spieler/innen auch die verschiedenen Karten, welche übrigens sehr nett gestaltet sind. Auch die Schachtel ist sehr ansprechend und lädt schon beim Anschauen zum Spielen ein. Ein weiterer Pluspunkt ist auch, dass das Spiel einfach und schnell erklärt werden kann, es aber trotzdem so viele strategische Möglichkeiten gibt. Die Spielanleitung ist sehr gut und nicht zu lang. Jambo ist sehr zu empfehlen!
Verlag: Kosmos [www.kosmos.de]
Autor: Rüdiger Dorn
Erscheinungsjahr: 2004
SpielerInnen: 2
Alter: ab 12 Jahren
Dauer: ca. 40 Minuten
Auszeichnungen: Empfehlungsliste „Spiel des Jahres“ 2005
Zurück zur aktuellen Spieleempfehlung
|