
Spiel des Monats April: La Città
Du bist ein italienischer Fürst und nennst zu Beginn des Spieles zwei Städte dein Eigen. Erstes Bauwerk einer jeden Stadt ist ein Castello. In jedem Castello leben zu Beginn dreitausend Menschen, dargestellt durch drei kleine Spielfiguren, Bürger genannt.
Deine Aufgabe als Spieler besteht darin, deinen Herrschaftsbereich auszudehnen. Du baust deine vorhandenen Städte aus und gründest neue Städte. Grundvoraussetzung für deine Expansion ist das Vorhandensein von genügend Bürgern, da jeder neue Ausbau mit einer Bürgerfigur besetzt werden muss.
Deine erste Aufgabe ist es, Nahrung für deine Bürger zu beschaffen. Da die Anzahl deiner Bürger von Runde zu Runde wächst, bist du stets auf der Jagd nach mehr Nahrung. Diese liefern Castellos und Bauernhöfe, wenn diese an Gebiete mit Landwirtschaft angrenzen. Das Wachstum einer Stadt hat aber Grenzen. Nur mit Hilfe eines Marktplatzes kann deine Stadt mehr als 5 Bürger aufnehmen. Bei 8 Bürgern ist die nächste Grenze erreicht, es sei denn, du kommst in die Nähe eines Gewässers und baust dort einen Brunnen. Dann kann deine Stadt beliebig viele Bürger aufnehmen. Ein Brunnen befriedigt das Grundbedürfnis deiner Bürger nach Gesundheit. Aber deine Bürger entwickeln weitere Bedürfnisse. Sie fordern Kultur und Bildung und verlangen nach den entsprechenden Gebäuden.
Einmal im Jahr entscheiden die Bürger, welches Bedürfnis ihnen am wichtigsten ist. Sie wandern in benachbarte Städte ab, welche diese Bedürfnisse am besten abdecken. Solange die Städte klein sind, wird es schön ruhig sein, jeder geht seiner Sache nach. Durch das unaufhaltsame Wachsen der Städte wird das Land jedoch immer knapper und zwangsläufig wird man zu Nachbarn. Jetzt geht es darum, keine Bürger an den Nachbarn zu verlieren, sondern eher noch welche herbei zu locken. Denn wer nach sechs Spielrunden (Spieljahren) die meisten Bürger besitzt, gewinnt das Spiel.
Die Spieler starten mit jeweils zwei Castellos, in denen je drei Bürgerfiguren angesiedelt sind. Jedes der sechs Spieljahre gliedert sich in acht Phasen, von denen eine Phase wirklich entscheidend ist.
1. Phase: Startspielerwechsel
2. Phase: Stimme des Volkes auslegen
Vier Karten werden auf die vorgesehene Fläche gelegt, von denen eine aufgedeckt wird, damit man eine Ahnung bekommt, welches Bedürfnis das Volk in diesem Jahr hat.
3. Phase: Einkommen aus Steinbrüchen
Für jeden Steinbruch, den ein Spieler angrenzend zu einem oder zwei Gebirgen besitzt, erhält er ein bzw. zwei Goldmünzen.
4. Phase: Zuwachs an Bürgern
Jede Stadt auf dem Spielplan wächst um einen Bürger, dieser kommt auf das Castello. Dabei ist zu beachten, dass eine Stadt nur mit einem Marktplatz die Einwohnerzahl von 5.000 (5 Bürger) und nur mit einem Brunnen oder Badhaus die Einwohnerzahl von 8.000 (8 Bürger) überschreiten darf.
5. Phase: Politikrunden
In dieser entscheidenden Phase hat jeder Spieler der Reihe nach fünfmal die Chance seine Städte durch wichtige Bauwerke zu verbessern, um ihr Wachstum zu gewährleisten. Dafür setzen die Spieler ihre Aktionskarten und die auf dem Spielplan aufgelegten Politikkarten ein.
Mit einer Aktionskarte kann man entweder zwei Goldmünzen nehmen, eine neue Stadt gründen oder ein einfaches Gebäude kostenlos bauen.
Gründet man eine Stadt, müssen immer mindestens drei Sechseckfelder zu anderen Städten frei bleiben. Steht die Stadt neben ein oder zwei Landwirt-schaftsfeldern, erhält man so viele Kornkärtchen, wie auf den Landwirtschaftsfeldern abgebildet sind.
Baut man ein einfaches Gebäude, legt man das entsprechende Gebäudeplättchen auf ein an die Stadt angrenzendes Feld und stellt einen Bürger vom Castello auf das neue Gebäude. Der Marktplatz bildet die Ausnahme. Wer einen solchen baut, bekommt einen Bürger aus dem Vorrat, um den Marktplatz zu besetzen. Bauernhöfe sind wichtig, um genügend Nahrung für die sich vermehrenden Bürger zu haben. Gleich wie bei einem Castello erhält man ein Nahrungsplättchen für jedes Getreidesymbol auf den umliegenden Landwirtschaftsfeldern.
Ein Brunnen ist nicht nur für das Wachstum notwendig, sondern er bringt auch einen blauen Bogen für das Bedürfnis Gesundheit. Statue und Klosterschule gelten hingegen für die Befriedigung der Bedürfnisse Kultur (weißer Bogen) und Bildung (schwarzer Bogen).
Entscheidet man sich für eine Politikkarte , wird sofort das darauf beschriebene Ereignis ausgeführt. Es gibt hier die Möglichkeit, mittlere oder große Gebäude zu bauen, die Stimme des Volkes zu ermitteln, zusätzliche Bürger zu bekommen, den Kornertrag eines Bauernhofes oder den Wert eines Kultur-, Bildungs- oder Gesundheitsbogens in diesem Jahr zu verdoppeln.
6. Phase: Stimme des Volkes ermitteln
Nun werden mit großer Spannung die drei noch verdeckten Karten der Stimme des Volkes umgedreht. Die Mehrheit bestimmt, wohin es die Bürger dieses Jahr zieht. Bei einem Gleichstand gelten beide Wünsche.
7. Phase: Wanderung der Bürger
Sind zwischen zwei Städten weniger als drei Sechseckfelder frei, entscheiden sich die Bürger in jene Stadt zu wandern, die ihren Bedürfnissen in diesem Jahr besser entspricht. Beginnend mit dem Startspieler kontrolliert der Reihe nach jeder Spieler alle seine Städte und nimmt zuwandernde Bürger von fremden Städten bei sich auf. Sollte eine Stadt nach den Wanderungen nicht mehr genügend Bürger haben, um alle Gebäude zu besetzen, müssen unbesetzte Gebäude abgerissen werden. Wird ein Bauernhof abgerissen, muss der Spieler auch das entsprechende Korn zurückgeben. Es kann also unter Umständen vorkommen, dass eine Stadt vollkommen vernichtet wird.
8. Phase: Versorgung der Bürger
Alle Spieler zählen ihre Bürger und müssen dementsprechend viel Korn besitzen. Ist dies nicht der Fall, verliert man all jene Bürger, für die zu wenig Korn vorhanden ist. Verliert man Bürger mangels Nahrung, hat das zur Folge, dass für den betroffenen Spieler im nächsten Jahr eine Politikrunde ausfällt.
Nach sechs Jahren, ca. 2 bis 3 Stunden Spielzeit, kommt die Abrechnung: jeder Bürger zählt 1 Punkt; jede Stadt, die mindestens einen Bogen für jedes Bedürfnis aufweist, bringt 3 Punkte; 5 Minuspunkte bekommt ein Spieler, wenn ihm im letzten Jahr Bürger wegen Hungersnot abgewandert sind. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt das Spiel.
Verlag: Kosmos [www.kosmos.de]
Autor: Gerd Fenchel
Erscheinungsjahr: 2000
SpielerInnen: 2 - 5
Alter: ab 12 Jahren
Dauer: ca. 60 – 150 Min.
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