
Spiel des Monats
April: Sankt Petersburg
Sankt
Petersburg ist ein anspruchvolleres Familien-spiel für 2 bis
4 Spieler/innen von 10 Jahren aufwärts. Es dauert ca. 45 bis
60 Min. und versetzt die Spieler/innen in die zweitgrößte
Stadt Russlands, Sankt Petersburg. Und genau diese Stadt gilt es
im Laufe des Spiels aufzubauen.
Der Spielplan wird in die Mitte des Tisches gelegt. Er zeigt zwei
Reihen mit je acht Feldern, auf welche Karten gelegt werden. Die
Spieler/innen erhalten je 25 Rubel Startkapital und müssen
nun zuerst Handwerker anheuern, welche die Stadt mit schönen
Bau-werken füllen, dann müssen Adelige die Bauwerke besiedeln.
Dabei gilt es soviel wie möglich Siegpunkte zu sam-meln, die
auf der Zählleiste, die den Spielplan umgibt, gezählt
werden.
Gespielt wird im wesentlichen mit Karten, welche die Spieler/innen
reihum vom Spielplan aufnehmen und, wenn sie diese gleich bezahlen
können, vor sich ablegen. Bis zu drei Karten können auch
auf der Hand gehalten und so für sich reserviert werden, allerdings
zählen sie am Ende des Spiels als Minuspunkte, wenn sie bis
dahin nicht bezahlt und ausgelegt wurden.
Zu Beginn liegen nur Handwerker wie z. B. Holzfäller und Schiffsbauer
auf dem Spielbrett zur Auswahl, sie bringen in erster Linie Geld.
Im späteren Verlauf des Spiels können diese dann zu Betrieben
wie einer Schreinerei oder Werft ausgebaut werden, die mehr Geld
und teilweise auch Siegpunkte einbringen. Nachdem alle Spieler/innen
sich bei den Hand-werkern bedient haben, werden Punkte und Geld
für die Handwerker abgerechnet.
Auf dem Spielplan werden nun die Gebäudekarten ausgelegt. Die
Spieler können nun die neuen Bauten kaufen, aber auch die übrig
gebliebenen Karten stehen noch zur Auswahl. Im Gegensatz zu den
Handwerkern bringen die Bauten im wesentlichen Siegpunkte ein.
Nachdem auch die Gebäude abgerechnet wurden, wird der Spielplan
mit Adeligen aufgefüllt. Sie bringen Geld und/oder Siegpunkte
und sind vor allem am Spielende wichtig – je mehr verschiedene
Adelige in einer Stadt leben, desto mehr Siegpunkte bringen sie
in der Schlusswertung. Das sollte im Laufe des Spiels nicht unbe-achtet
bleiben, da eigentlich fast immer die Anzahl der Adeligen, welche
die Spieler/innen vor sich liegen haben, über den Ausgang des
Spiels entscheidet. 
Wenn auch die Runde der Adeligen fertig ist und gewertet wurde,
kommen noch die sogenannten Ausbaukarten ins Spiel. Diese Karten
müssen mit anderen, schon ausliegenden Karten ausgetauscht
werden und werten diese Karten auf: Aus einfachen Handwerkern wer-den
Handwerksbetriebe, Gebäude und Adelige können durch leistungsstärkere
Kar-ten überbaut werden. Die Spieler/innen zahlen nur mehr
die Differenz. Im Gegensatz zu allen anderen Phasen wird am Ende
der Ausbauphase nicht abgerech-net.
Nun werden die noch ausliegenden Karten auf dem Spielplan in die
zweite Reihe geschoben. Alle Karten in der zweiten Reihe sind um
1 Rubel billiger und können jederzeit erworben werden. Die
erste Reihe wird nun wieder mit Handwerkern aufgefüllt und
das Ganze beginnt von neuem: Handwerker kaufen und auslegen oder
auf die Hand nehmen, Wertung. Gebäudekarten kaufen und auslegen
oder auf die Hand nehmen, Wertung. Adelige auslegen und kaufen oder
auf die Hand nehmen, Wertung. Ausbaukarten auslegen und kaufen oder
auf die Hand nehmen, Wertung.
Das Spiel endet, wenn von einer Kartensorte die letzte Karte auf
dem Spielplan ausgelegt wird. Der angefangene Durchgang wird noch
zu Ende gespielt.
Sankt
Petersburg fasziniert durch die vielfältigen Möglichkeiten,
verschiedene Strategien und Taktiken ausprobieren zu können.
Es lässt die Spieler/innen niemals ruhen. Dauernd muss überlegt
werden: Lieber Handwerker kaufen und Geld kassieren oder Siegpunkte
mit den Gebäuden ergattern? Oder doch lieber Adelige kaufen,
die erst am Ende des Spiels viel bringen? Da die Spieler/innen vor
allem am Anfang des Spiels immer akute Geldnot haben, müssen
die Entscheidungen gut über-legt werden. Wer einmal den Anschluss
an seine Mitspie-ler/innen verloren hat (vor allem was Handwerker,
die Geld bringen und Adelige, die zum Schluss sehr viele Siegpunkte
bringen, betrifft) wird sich sehr schwer tun, noch mithalten zu
können.
Karten mit speziellen Funktionen bringen nochmals neuen Schwung
ins Spiel. So kann mit der „Sternwarte“ eine beliebige
Karte vom Stapel gezogen werden oder mit dem „Steuereintreiber“
ein Rubel für jeden Handwerker kassiert werden usw. Da der
Spielplan eigentlich nur zum Auslegen der Karten und zum Zählen
der Siegpunkte gebraucht wird, ist er grafisch nicht so ansprechend
gestaltet wie beispielsweise die Karten.
Sankt Petersburg bleibt auch nach vielen Spielrunden immer spannend
und herausfordernd. Ein Spiel für alle, die Strategie mit einem
tollen, relativ einfach zu verstehenden Spiel verbinden wollen.
Verlag: Hans im Glück [www.hans-im-glueck.de]
Autor: Michael Tummelhofer
Erscheinungsjahr: 2004
SpielerInnen: 2 bis 4
Alter: ab 10 Jahren
Dauer: ca. 45 Minuten
Auszeichnungen: Empfehlungsliste „Spiel des Jahres“
2004
Deutscher Spielepreis 2004
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