
Spiel des Monats
März 2005: San Juan
San
Juan ist das Kartenspiel zum bekannten Strategiespiel Puerto Rico.
Wie bei Puerto Rico gibt es verschiedene Rollen, die am Beginn einer
jeden Runde von den MitspielerInnen neu gewählt werden können.
Welche Rolle auch ausgewählt wird, es gibt nur ein Ziel: möglichst
viel Wohlstand und Ansehen zu erlangen! Jede/r Spieler/in hat die
Aufgabe einen Stadtteil von San Juan zu bauen und dabei möglichst
viele Siegpunkte zu sammeln. Dies geschieht über einträgliche
Produktionsstätten, wie zB. Indigoküppereinen, Zuckermühlen
oder Tabakspeicher oder auch bedeutende Gebäude wie Denkmäler,
Bibliotheken, Kapellen usw.
Pro Runde wählt jede/r Spieler/in eine der fünf verschiedenen
Rollen und setzt damit eine bestimmte Aktion für alle Spieler
in Gang. So werden beispielsweise mit Hilfe des Aufsehers Waren
hergestellt, die dann anschließend per Händler ans Handelshaus
verkauft werden. Mit dem verdienten Geld wiederum können, mittels
des Baumeisters, Gebäude in San Juan errichtet werden usw.
Die immer wieder wechselnde Reihenfolge der Rollen mit den besondern
Aktionen, eröffnet den Spieler/innen jede Menge Möglichkeiten,
die sie geschickt nutzen sollten, um zum eigenen Vorteil zu handeln.
So kann in einer Runde ein/e Spieler/in noch als Ratsherr Bauaufträge
und Geld beschaffen und in der nächsten schon als Händler
die produzierten Waren verkaufen.
Der/die Erste, der/die zwölf Gebäude errichtet hat,
beendet das Spiel. Gewinner/in aber ist, wer die wertvollsten Gebäude
errichtet hat. Als Startkapital erhält man vier Karten mit
den verschiedenen Gebäuden auf die Hand. Die Karten zeigen
Art und Nutzen des Gebäudes, sowie seine Baukosten.
Es gibt zwei Arten von Gebäuden: die Produktionsgebäude,
in denen Tabak, Kaffe, Silber usw. hergestellt werden können.
Um diese zu errichten, muss natürlich mit Handkarten bezahlt
werden. Je teurer das Produktionsgebäude, desto besser verkaufen
sich die Waren, die darin hergestellt werden.
Die anderen Gebäude befinden sich auf violetten Karten und
werden auch „violette Gebäude“ genannt. Diese verändern
die Spielregeln zum eigenen Nutzen. Wer etwa eine Schmiede ausgelegt
hat, zahlt künftig beim Bau eines Produktionsgebäudes
eine Karte weniger. Der Bibliotheksbesitzer kann als Händler
beispielsweise gleich 3 Waren auf einmal verkaufen, während
alle anderen sich mit einer einzigen Ware begnügen müssen.
Es gibt unzählige solcher Vorteile, welche von den Spielenden
geschickt genutzt werden können. Dazu muss man sie aber auch
wissen, was vor allem bei den ersten Spielen nicht so leicht ist.
Allzu erfolgreich darf man in San Juan aber auch nicht werden.
Reiche Menschen bekommen einen Riegel vorgeschoben – denn:
mehr als sieben Handkarten darf niemand haben! Außer man hat
sich einen Turm geleistet, der es erlaubt, doppelt so viele Karten
anzuhäufen oder eine Kapelle, unter der man zu Beginn einer
jeden Runde eine Handkarte in Sicherheit bringen kann, die zum Schluss
zu einem Siegpunkt wird.... In San Juan gibt es überall Schleichwege
und Möglichkeiten einen Vorteil für sich herauszuschlagen,
vorausgesetzt man kennt ein wenig die Karten. Dementsprechend spannend
kann sich das Ganze entwickeln.
In der Schlussphase geht es nur mehr darum, die Siegpunkte, die
die Spieler/innen schon gesammelt haben, mit Hilfe spezieller Gebäude
zu vermehren. Da muss natürlich auch mal ordentlich riskiert
und die Entwicklung der Stadtteile der Mitspieler/innen im Auge
behalten werden.
San Juan lehnt sich an Puerto Rico an und übernimmt seinen
besonderen Spielmechanismus. Es ist aber einfacher zu verstehen
und spielt sich lockerer und schneller. Wie schon gesagt, um alle
Möglichkeiten und Vorteile der vielen verschiedenen Karten
optimal für sich nutzen zu können, bedarf es sicher mehrerer
Spiele. Die Karten sind sehr ansprechend gestaltet und haben eine
praktische Größe. San Juan hat mich gleich beim ersten
Spiel durch die relativ geringen Glücksanteile und die vielen
strategischen Möglichkeiten, die es bietet, fasziniert. Ein
Spiel zum immer wieder Spielen! Nur zu empfehlen!
Verlag: alea [www.aleaspiele.de]
Autor: Andreas Seyfarth
Erscheinungsjahr: 2004
SpielerInnen: 2 bis 4
Alter: ab 10 Jahren
Dauer: ca. 45 bis 60 Minuten
Auszeichnungen: Empfehlungsliste „Spiel des Jahres“
2004
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