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dinxletter 07/2005: ein Auszug

Die Spieletage `05 - der Rückblick

Motiviert durch den Erfolg der Spieltage '04 in den Orten Klausen, Meran, Eppan, Toblach und Lana, durch die große Resonanz von Seiten der Mitveranstalter und nicht zuletzt durch das positive Echo der Besucher, startete auch heuer wieder die Aktion „Spieltage '05“.

Wiederum versuchten wir als Spieleverein dinx den Besuchern das Spiel schmackhaft und vertraut zu machen. Wegen Umbauarbeiten fiel Meran aus, in Algund fanden wir geeignete Räumlichkeiten. Als neuer Standort wurde Mals gewählt.

Diese freie Standortwahl ermöglicht uns flexibel zu sein und immer wieder neue Grenzen zu durch-brechen. Grenzen, die sich meist im Kopf abspielen. Der Erwachsene denkt, „spielen ist etwas für Kinder“. Wenn dann die Kinder rufen: „Papa, wir gehen jetzt!“ und der Papa in einem Meer von Kapla-Klötzen antwortet: „Wartet noch einen Moment, i bin's glei!“, dann öffnen sich die Grenzen...

Ich hatte die Gelegenheit bei den Spieletagen in Mals dabei zu sein. Der Standort war perfekt gewählt: Ideal erreichbar mit dem Vinschger Zug, das Gebäude war der sonniggelegene Schultrakt der Sportschule, das Einzugsgebiet überschaubar. Ich fühlte mich wie auf einem Dorffest, jeder kannte jeden. Diese Atmosphäre stärkte die Besucher und auch uns als Organisatoren.

Aber auch wenn wir bestens planen und die fleißigen Spieleleiter gut motiviert sind, kann trotzdem unter Umständen nicht alles nach Plan laufen. So erging es unserer Veranstaltung in Eppan. Der heftige Schneefall, knapp 50 cm Neuschnee, lockte die Jugend nicht in die Mittelschule zum Spielspass. Und auch in Algund waren w eniger Besucher als erwartet.

Wichtig ist jedoch vor allem, dass die Kooperations-partner den positiven Effekt erkennen und meist wirkt die Langzeitwirkung. Wir wollen nicht neue Rekorde schaffen, sondern Menschen durch das Spiel glücklich machen.

In diesem Sinne freuen wir uns auf die Spieletage '06!

Arno Kerschbaumer

Das 9. Spieleautorentreffen in München-Haar am 5./6. November 2005

Die Spieletüftler von dinx, Peter und Arno, machen sich am 5./6. November 2005 auf den Weg nach Haar. Der Preis, den sie zahlen, ist hoch, denn sie müssen auf die Spieletage in Toblach verzichten. Zudem werden diese zwei schüchternen Gesellen auf diese weite Reise geschickt. Werden sie das Ziel jemals finden? Werden sie je den Mund aufmachen, wenn der magische Moment kommt und ein Redakteur ihr Spiel begutachten will? Wir werden sehen.

Der Start ist gut. Pünktlich um 5.00 Uhr morgens rollt ein Toyota Corolla von Brixen aus Richtung Haar. Perfektes Timing, denn so ist es geplant. Einzig, der Beifahrer Arno hat noch Schräglage. Dieser Lümmel musste doch unbedingt bis 2.00 Uhr nachts „Formula Dè“ spielen und hatte somit nur zweieinhalb Stunden Schlaf. Wird dieser Leichtsinn der Mission zum Verhängnis?

Der Corolla erreicht wiederum planmäßig den Zielpunkt. Und dies ohne GPS! Sowohl das Hotel „Holiday Inn“, als auch der Veranstaltungsort werden sofort ausfindig gemacht. Arno, schwer bepackt mit seinen Spielunterlagen und Skizzen, und Peter, ganz locker mit einigen Kärtchen in der Brusttasche, betreten den sagenumwobenen Raum in Haar. Hier treffen sich alljährlich die extremsten Spieleautoren. Wow!! An die 100 solcher Exemplare schwirren durch den Saal. Jede/r hat eine geniale Idee. Jede/r ist einzigartig. Und zwischendrin unsere beiden, Peter und Arno.

Um zu veranschaulichen, wie der Ablauf auf dieser Veranstaltung ist, mache ich einen kleinen Vergleich: Stell Dir einen Teich mit vielen Fischern vor. Im Teich sind die fettesten Karpfen und Hechte. Jeder der Fischer will soviel wie möglich angeln. Andere wiederum sind überzeugt, dass der Fisch von alleine zu ihnen in den Bottich springt; welch fatale Fehleinschätzung! Die Fischer sind die Autoren, die Hechte die Redakteure der Verlage.

Das Gerangel um die Beute ist enorm. Aber Peter entwickelt eine besondere Taktik, denn da nützt nicht sein verschmitztes Lächeln, auch nicht sein Charme, sondern teilweise nur eine besondere Art von Standfestigkeit und zähes Ringen.

Und dieser Kampf setzt uns zu, so dass wir nach dem Abendessen den Abflug ins Nachtleben auf ein anderes Mal verschieben müssen. Dafür knüpfen wir wichtige Kontakte, lernen bekannte Autoren kennen, lachen und genießen, und den Rest erzählen wir nicht.
Haar, wir kommen wieder!

Arno Kerschbaumer

Die News rund ums Spielen

Der „Deutsche Spielepreis 2005“
Insgesamt 1.979 Spieler, Spielekreise, Journalisten sowie Händler beteiligten sich an der diesjährigen Abstimmung. Kla-rer Gewinner und somit Träger der Auszeichnung Deutscher Spielepreis 2005 wurde Louis XIV von Rüdiger Dorn, er-schienen bei Alea/Ravensbur-ger. Die Reihung der ersten zehn Plätze sieht wie folgt aus:

1. Louis XIV von Rüdiger Dorn (Alea/Ravensburger)
2. Niagara von Thomas Liesching (Zoch)
3. Manila von Franz-Benno Delonge (Zoch)
4. Ubongo von Grzegorz Rejchtman (Kosmos)
5. Himalaya von Règis Bonnessèe (Tilsit Editions)
6. In 80 Tagen um die Welt von Michael Rieneck (Kosmos)
7. Schatten über Camelot von Serge Laget & Bruno Cathala (Days of Wonder)
8. Jambo von Rüdiger Dorn (Kosmos)
9. Das Zepter von Zavandor von Jens Drögemüller (Lookout Games)
10. Verflixxt von Wolfgang Kramer & Michael Kiesling (Ravensburger)

Den Deutschen Kinderspielpreis 2005 hat Akaba von Guido Hoffmann, erschienen bei Haba, gewon-nen. Die Goldene Feder 2005 für das Spiel mit der vorbildlichen Regel ging an Piranha Pedro von Jens-Peter Schliermann, erschienen bei Goldsieber.


Der italienische Spielepreis „Best of Show 2005“
Im Oktober d. J. wurde anlässlich der Spielemesse Lucca Comics & Games die Auszeichnung Best of Show 2005 in zwei Kategorien verliehen: Bestes italienisches Spiel wurde Siena (Zugames/What's Your Game), Bestes übersetztes Spiel wurde HeroScape (Hasbro).
Ein Sonderpreis ging an die beiden Grafiker Mauro Laurenti und Corrado Manstrantuono für die Gestaltung von Big Manitou (What's Your Game).
Der Preis für das Beste unveröffentlichte Spiel ging an F.A.T.A. von Martina Mealli, eine junge und bisher unbekannte Spieleautorin. Als Belohnung und Anerkennung wird das Spiel nun in nächster Zeit von daVinci Editrice veröffentlicht.


Die 3. Internationalen Carcassonne-Meisterschaften

Am 16./17. Oktober 2005 fanden anlässlich der Spiel '05 in Essen die 3. Internationalen Carcassonne-Meisterschaften mit 48 Teilnehmern aus acht europäischen Ländern statt. Die Teilnehmer mussten sich vorher im Laufe des Jahres bei den verschiedenen Vorausscheidungen qualifizieren, an denen insgesamt ca. 1.000 Spieler teilnahmen. Nach zwei Turniertagen, die von einer ausgesprochen freundlichen Atmosphäre und einem fairen Wettstreit geprägt waren, setzte sich schließlich Stefan Kopacz aus Deutschland durch. Er darf sich nun ein Jahr lang Internationaler Carcassonne-Meister nennen. Platz 2 ging an Christian Schulze (Deutschland), Platz 3 an Gudrun Bradter-Scholl (Deutschland) und Platz 4 an Ferenc Emanuel Kiss (Ungarn).


Das größte Spiel der Welt
Die Siedler von Catan feierten im Jahr 2005 ihr 10-jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass spielten am 10. September 2005 im Zentrum von Chemnitz 816 Leute zeitgleich an einer einzigen, großen, mehr als 300 Meter langen und 50 Meter breiten Version der Siedler von Catan und stellten damit einen neuen Weltrekord auf. Der alte Rekord für ein Gesellschafts-spiel stand bislang bei 90 Teilnehmern. Um die überdimensionale Spielfläche aufzubauen, wurden 500 Original-Spiele benötigt. Im Spiel waren dann 4.000 Siedlungen, 3.200 Städte und 1 km Straßen. Die Spielregeln des Szenarios orientierten sich im weitesten Sinne an der Multiplayer-Online-Variante von Klaus Teuber. Veranstalter war das Deutsche Spielemuseum Chemnitz.

Gerhard Passler

Jede Menge zusätzliche, aktuelle News, Berichte und Spielbeschreibungen
findest du in der dinxletter 7/2005.

 

 

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